Ein barrierefreies Badezimmer ist für viele Menschen ein entscheidender Faktor, um möglichst lange selbstständig und sicher in den eigenen vier Wänden leben zu können. Gleichzeitig stellt ein Badumbau oft eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Was viele nicht wissen: Sie können ein barrierefreies Badezimmer von der Pflegekasse bezuschussen lassen. Unter bestimmten Voraussetzungen beteiligt sich die Pflegekasse mit einem Zuschuss von bis zu 4.000 Euro pro Person an den Kosten. In diesem Beitrag erfahren Sie verständlich und praxisnah, wie der Zuschuss funktioniert, wer Anspruch hat und wie Sie typische Fehler vermeiden.
Vorher–Nachher: Barrierefreies Badezimmer
So verändern gezielte Umbauten das Badezimmer – mehr Sicherheit, Komfort und Selbstständigkeit im Alltag.
- Hoher Einstieg in Badewanne oder Dusche
- Rutschige Fliesen ohne Sicherung
- Kein Halt beim Aufstehen oder Umsetzen
- Waschbecken und WC nicht angepasst
- Erhöhtes Sturz- und Unfallrisiko
- Bodengleiche Dusche oder Dusche mit Einstiegshilfe
- Rutschhemmende Bodenbeläge
- Stabile Haltegriffe und Stützsysteme
- Unterfahrbarer Waschtisch und angepasstes WC
- Mehr Sicherheit und selbstständige Nutzung
Warum ein barrierefreies Badezimmer immer wichtiger wird
Mit zunehmendem Alter, bei körperlichen Einschränkungen oder nach Erkrankungen steigt das Unfallrisiko im Badezimmer deutlich. Glatte Fliesen, hohe Badewannenränder oder enge Bewegungsflächen können schnell zur Gefahr werden. Ein barrierefreies Badezimmer reduziert diese Risiken erheblich und erleichtert gleichzeitig die tägliche Körperpflege – sowohl für Betroffene als auch für pflegende Angehörige.
Typische Gefahren im Badezimmer für ältere Menschen
Das Badezimmer zählt zu den häufigsten Unfallorten im Haushalt. Diese Risiken treten im Alltag besonders oft auf:
- Rutschgefahr durch nasse Fliesen, Seifenreste oder glatte Badvorleger
- Hohe Einstiegskanten an Badewanne oder Dusche, die leicht zum Stolpern führen
- Unsichere Standflächen in der Dusche (fehlende rutschhemmende Beschichtung)
- Stolperfallen durch lose Teppiche, Kabel, Wäschekörbe oder unzureichend befestigte Matten
- Fehlende Haltemöglichkeiten beim Ein- und Aussteigen oder beim Aufstehen vom WC
- Zu wenig Bewegungsfläche, wodurch Drehungen und Transfers (z. B. mit Rollator) erschwert werden
- Zu niedrige oder zu hohe Sanitärhöhe (WC/Waschtisch), die das Aufstehen und Hinsetzen belastet
- Verbrühungsgefahr durch zu heißes Wasser (fehlender Verbrühschutz/Temperaturbegrenzung)
- Schlechte Beleuchtung und fehlende Orientierung bei Nacht (kein Bewegungslicht)
- Schwer erreichbare Ablagen, die riskante Bewegungen und unsicheres Strecken provozieren
Aus genau diesem Grund unterstützt die Pflegekasse Maßnahmen, die das Wohnumfeld an die Bedürfnisse pflegebedürftiger Menschen anpassen. Der Badumbau zählt dabei zu den häufigsten und wichtigsten Maßnahmen.
Was bezuschusst die Pflegekasse beim barrierefreien Bad?

Die Pflegekasse fördert sogenannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Dazu gehören Umbauten, die die Selbstständigkeit erhöhen oder die Pflege erleichtern. Ziel ist es, ein sicheres und möglichst selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Gerade im Badezimmer lassen sich durch gezielte Anpassungen Unfallrisiken reduzieren und alltägliche Abläufe deutlich erleichtern. Im Badezimmer können unter anderem folgende Maßnahmen bezuschusst werden:
Diese Badezimmer-Maßnahmen sind förderfähig
Die folgenden Umbauten gelten als typische wohnumfeldverbessernde Maßnahmen und können von der Pflegekasse bezuschusst werden.
- ✓ Bodengleiche oder barrierearme Dusche
- ✓ Umbau der Badewanne zur Dusche oder Einbau einer Badewannentür
- ✓ Haltegriffe und Stützsysteme
- ✓ Rutschhemmende Bodenbeläge
- ✓ Unterfahrbarer Waschtisch
- ✓ Erhöhung oder Anpassung des WCs
Wichtig ist, dass ein klarer Zusammenhang zwischen Maßnahme und Pflegebedarf besteht. Reine Komfort– oder Designänderungen ohne funktionalen Nutzen werden in der Regel nicht gefördert.
Höhe des Zuschusses: Wie viel Geld ist möglich?
Die Pflegekasse übernimmt bis zu 4.000 Euro pro pflegebedürftiger Person für Maßnahmen zur Wohnraumanpassung. Leben mehrere pflegebedürftige Personen in einem Haushalt, kann sich der Zuschuss auf bis zu 16.000 Euro summieren.
Der Zuschuss ist ein echter Kostenzuschuss und kein Darlehen. Das bedeutet: Sie müssen das Geld nicht zurückzahlen, sofern die Maßnahme korrekt beantragt und durchgeführt wurde.
Hier die passenden Formulare herunterladen
Voraussetzungen für den Zuschuss der Pflegekasse
Damit Sie ein barrierefreies Badezimmer von der Pflegekasse bezuschussen lassen können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein:
- Es liegt ein anerkannter Pflegegrad (1–5) vor
- Die Maßnahme verbessert die Selbstständigkeit oder erleichtert die Pflege
- Der Antrag wird vor Beginn der Baumaßnahmen gestellt
- Das Bad befindet sich in der selbst genutzten Wohnung oder im Haus
- Bei Mietwohnungen liegt die Zustimmung des Vermieters vor
Gerade der rechtzeitige Antrag ist entscheidend. Beginnen Sie den Umbau ohne Genehmigung, kann der Zuschuss vollständig entfallen.
Antrag stellen: So gehen Sie Schritt für Schritt vor
Der Antragsprozess ist unkomplizierter, als viele vermuten:
Zunächst muss ein Pflegegrad vorliegen oder beantragt werden. Anschließend holen Sie einen Kostenvoranschlag für den Badumbau ein. Diesen reichen Sie zusammen mit dem Antrag bei Ihrer Pflegekasse ein. Nach der schriftlichen Genehmigung können die Arbeiten beginnen. Nach Abschluss des Umbaus reichen Sie die Rechnung ein und erhalten den Zuschuss ausgezahlt.
Viele Pflegekassen unterstützen Antragsteller aktiv bei Rückfragen oder Formulierungen – es lohnt sich, frühzeitig Kontakt aufzunehmen.
Welche Kosten werden übernommen – und welche nicht?
Bezuschusst werden in der Regel Arbeits- und Umbaukosten, die unmittelbar mit der Barrierefreiheit zusammenhängen. Dazu zählen Montagearbeiten, bauliche Anpassungen und notwendige Installationen.
Nicht übernommen werden meist:
- Luxusausstattungen ohne Pflegebezug
- Hochwertige Design-Elemente
- Laufende Wartungs- oder Reparaturkosten
Je klarer der funktionale Nutzen der Maßnahme dargestellt wird, desto höher sind die Chancen auf eine reibungslose Bewilligung.
Zuschuss kombinieren: Pflegekasse, Steuer & weitere Förderungen
Der Zuschuss der Pflegekasse lässt sich häufig mit weiteren Vorteilen kombinieren. Zusätzlich können Sie Handwerkerleistungen steuerlich geltend machen, sofern die Kosten nicht vollständig durch den Zuschuss abgedeckt sind. In bestimmten Fällen kommen auch Programme wie jene der KfW in Betracht. Wichtig ist dabei, dass keine Doppelförderung derselben Kostenposition erfolgt.
Typische Fehler beim Zuschuss vermeiden
In der Praxis scheitern viele Anträge an vermeidbaren Fehlern. Besonders häufig sind:
- Baubeginn vor Antragstellung
- Unklare oder pauschale Rechnungen
- Fehlender Nachweis des Pflegebezugs
- Keine Zustimmung des Vermieters
Wer diese Punkte beachtet und sauber dokumentiert, erhöht die Erfolgschancen erheblich.
Fazit: Barrierefreies Badezimmer mit Zuschuss sinnvoll realisieren
Ein barrierefreies Badezimmer von der Pflegekasse bezuschussen lassen ist eine realistische und äußerst sinnvolle Möglichkeit, die Kosten eines notwendigen Umbaus deutlich zu senken. Mit einem Zuschuss von bis zu 4.000 Euro pro Person lassen sich viele Maßnahmen finanzieren, die Sicherheit, Komfort und Lebensqualität nachhaltig verbessern. Entscheidend sind eine frühzeitige Planung, ein korrekter Antrag und eine saubere Abrechnung. Wer diese Punkte berücksichtigt, profitiert finanziell und schafft ein Badezimmer, das den Alltag spürbar erleichtert.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
FAQ: Barrierefreies Badezimmer von der Krankenkasse bezuschussen lassen
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