Heizungsprüfung & Wartung: Gesetzliche Pflichten für Eigentümer

Marcel R

23. Januar 2026

Eine funktionierende Heizungsanlage ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch eine gesetzliche Verpflichtung für Eigentümer. Spätestens seit verschärften Energie- und Klimaschutzvorgaben stehen Hauseigentümer stärker in der Verantwortung, ihre Heizungsanlage regelmäßig prüfen und warten zu lassen. Wer diese Pflichten ignoriert, riskiert nicht nur höhere Energiekosten, sondern auch Bußgelder, Haftungsrisiken und Probleme bei Versicherungsfällen.

Dieser Beitrag zeigt, welche Heizungsprüfungen vorgeschrieben sind, welche Fristen gelten und worauf Eigentümer in der Praxis achten müssen.

Gesetzliche Grundlage: Warum Heizungsprüfungen Pflicht sind

Die Pflicht zur Heizungsprüfung ergibt sich aus mehreren Regelwerken, darunter das Gebäudeenergiegesetz (GEG) sowie die Bundes-Immissionsschutzverordnung. Ziel ist es, Energieverluste zu minimieren, Emissionen zu senken und die Betriebssicherheit von Heizungsanlagen sicherzustellen.

Eigentümer sind verpflichtet, ihre Heizungen betriebsbereit, sicher und energieeffizient zu halten. Dazu gehören regelmäßige Prüfungen, Wartungen und gegebenenfalls Anpassungen an den aktuellen Stand der Technik.

Wohngebäude mit Gas- oder Ölheizung
Fossile Heizsysteme unterliegen besonders strengen Prüf- und Emissionsvorgaben. Regelmäßige Wartungen sind erforderlich, um Effizienzverluste, erhöhte Abgaswerte und sicherheitsrelevante Mängel frühzeitig zu erkennen.
Ältere Heizungsanlagen
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für ineffizienten Betrieb und technische Defekte. Gesetzliche Prüfungen helfen, Sanierungsbedarf frühzeitig zu erkennen und teure Ausfälle oder Folgeschäden zu vermeiden.
Vermietete Immobilien
Vermieter tragen die Verantwortung für einen sicheren und ordnungsgemäßen Heizungsbetrieb. Unterlassene Prüfungen können zu Haftungsrisiken, Mietminderungen und rechtlichen Konsequenzen führen.

Welche Heizungsprüfungen sind vorgeschrieben?

Regelmäßige Heizungswartung

Kontrolle von Brenner und Wärmetauscher
Prüfung auf Verschleiß, Verschmutzungen und Ablagerungen, die den Wirkungsgrad der Heizungsanlage beeinträchtigen können.
Überprüfung der Abgaswerte
Messung von Emissionen und Verbrennungswerten, um Umweltauflagen einzuhalten und gesundheitliche Risiken zu vermeiden.
Einstellung der Regelungstechnik
Optimierung der Heizkurve und Steuerungseinstellungen zur Reduzierung des Energieverbrauchs und gleichmäßigen Wärmeverteilung.
Sichtprüfung sicherheitsrelevanter Bauteile
Kontrolle von Leitungen, Ventilen und Anschlüssen zur frühzeitigen Erkennung von Schäden oder Undichtigkeiten.

Die Wartung der Heizungsanlage ist zwar nicht in jedem Detail gesetzlich terminiert, gilt aber als Verkehrssicherungspflicht des Eigentümers. Hersteller schreiben meist jährliche Wartungsintervalle vor. Werden diese nicht eingehalten, können Garantie- und Versicherungsansprüche entfallen.

Heizungsprüfung nach GEG

Für bestimmte Heizungsanlagen schreibt das Gesetz eine regelmäßige Effizienzprüfung vor. Dabei wird überprüft, ob die Anlage wirtschaftlich arbeitet oder ob Optimierungsmaßnahmen notwendig sind, etwa durch hydraulischen Abgleich oder den Austausch veralteter Komponenten.

Abgasmessung durch den Schornsteinfeger

Unabhängig von Wartungsverträgen müssen Heizungen regelmäßig durch den bevollmächtigten Schornsteinfeger geprüft werden. Die Abgasmessung dient dem Umwelt- und Gesundheitsschutz und ist verpflichtend.

Wartungspflicht bei vermieteten Immobilien

Bei Mietobjekten trägt grundsätzlich der Eigentümer die Verantwortung für die Heizungswartung. Die Kosten dürfen jedoch – sofern korrekt im Mietvertrag geregelt – teilweise auf den Mieter umgelegt werden.

Unterlassene Wartung kann rechtliche Folgen haben.
Kommt es infolge fehlender oder unzureichender Heizungswartung zu einem Heizungsausfall oder Schaden, kann der Vermieter haftbar gemacht werden. Zusätzlich sind Mietminderungen möglich, wenn die Heizungsanlage nicht zuverlässig funktioniert oder die Wohnqualität beeinträchtigt ist.

Folgen bei fehlender Heizungsprüfung

Eine unterlassene Heizungsprüfung ist kein Kavaliersdelikt. Mögliche Konsequenzen sind:

  • Bußgelder bei Verstößen gegen gesetzliche Vorgaben
  • höherer Energieverbrauch und steigende Heizkosten
  • Versicherungsausschlüsse bei Schäden
  • Haftungsprobleme bei Personen- oder Sachschäden
  • Wertverlust der Immobilie

Gerade bei älteren Heizungen kann eine fehlende Wartung zudem die Lebensdauer der Anlage drastisch verkürzen.

Kosten für Heizungsprüfung und Wartung

Die Kosten für eine Heizungswartung variieren je nach Heizungsart und Anlagengröße.

Heizungsart / Leistung Kosten pro Jahr
Gasheizung ca. 120–250 Euro
Ölheizung ca. 180–300 Euro
Zusätzliche Prüfungen oder Reparaturen nach Aufwand

Langfristig sind diese Kosten gut investiert, da eine optimal eingestellte Heizung Brennstoff spart und teure Folgeschäden verhindert.

Vertrauenswürdige Informationen & weiterführende Hinweise

Eigentümer finden weiterführende, offizielle Informationen unter anderem beim Umweltbundesamt, das umfassend zu Emissionsgrenzen, Energieeffizienz und gesetzlichen Anforderungen informiert.

Die Heizungsprüfung und Wartung ist für Eigentümer keine freiwillige Maßnahme, sondern eine klare gesetzliche Pflicht. Wer regelmäßig prüfen lässt, schützt sich vor rechtlichen Problemen, senkt dauerhaft Energiekosten und erhält den Wert seiner Immobilie.

Gerade mit Blick auf steigende Energiepreise und strengere Vorschriften lohnt es sich, die eigene Heizungsanlage professionell überprüfen und warten zu lassen, statt erst bei Störungen zu reagieren.

Fazit: Heizungsprüfung ist Pflicht – nicht Option

Regelmäßige Heizungsprüfung und Wartung sind kein optionaler Service, sondern ein wesentlicher Teil der Eigentümerverantwortung. Wer Termine und Vorgaben zuverlässig einhält, sorgt dafür, dass die Anlage sicher läuft, effizient arbeitet und Ausfälle in der Heizperiode deutlich seltener werden. Gleichzeitig schafft eine saubere Dokumentation der durchgeführten Wartungen Klarheit gegenüber Schornsteinfeger, Versicherer und – bei vermieteten Immobilien – auch gegenüber Mietern. Das kann im Schadensfall entscheidend sein, weil nachvollziehbar wird, dass die Heizung ordnungsgemäß betrieben und instand gehalten wurde. Zudem lohnt sich der Blick auf die Wirtschaftlichkeit: Eine korrekt eingestellte Regelung, überprüfte Abgaswerte und gereinigte Komponenten reduzieren unnötige Energieverluste und stabilisieren die laufenden Kosten. Wer die Wartung systematisch plant, minimiert Haftungsrisiken, verhindert teure Folgeschäden und erhält den Wert der Immobilie langfristig.

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